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Dienstleisterwechsel ohne Gnade

Wer in der IT unterwegs ist, wird das vielleicht kennen. Ein Vertrag läuft bald aus, es gibt Ausschreibungen und am Ende gewinnt das beste Angebot…

Die einen oder anderen wissen ja, dass ich neben meiner Tätigkeit noch einen Radio- und Fernsehsender am Laufen halte. Man fühlt sich da manchmal wie MacGyver, was durchaus lustig sein kann.

Dieses Mal war es aber recht entspannt. Der Vertrag mit einem Dienstleister für die Übertragung eines Signals läuft aus, ein neuer gewinnt. Es wird neue Technik eingebaut, eingerichtet und parallel betrieben, bis der Leitungswechsel nahtlos stattfindet. In diesem Fall wurde frühmorgens umgeschaltet. Alles lief auf Anhieb ohne Probleme. Wow.

Der alte Anbieter war, ehrlich gesagt, echt altmodisch. Frei nach dem Motto “wir haben das schon immer so gemacht” wurde auch gehandelt und das immer schön nach Vorschrift. Der neue Anbieter macht bisher einen guten Eindruck. Sie haben einen Hauptübertragungsweg mit einer Rückfallebene, in diesem Fall per LTE direkt über die Technik vor Ort. Und wenn es dann mal doch andere Probleme gibt, gibt es eine 24/7-Hotline, die dann auf einen Webstream umschalten kann oder ein 2-Stunden-Audiofile mit den besten Liedern abspielt. Ob es gut war, dass das Audiofile die Songs sind, die ich mag? Man wird es hören.

Seit letzter Woche Donnerstag ist die Leitung nun umgeschaltet und dem alten Anbieter wurde der 30.06. als “schaltet euren Scheiß ab“-Tag mitgeteilt. Der Termin zum Ausbau der Technik wurde auf Ende August gelegt, weil ja Ferien sind. Ok, ist ja nicht die Welt. In Absprache mit dem technischen Leiter des alten Dienstleisters habe ich heute dann die Technik stromlos geschaltet.

Und jetzt kommt der Witz an dem Ganzen: Etwa 15 Minuten später kam eine automatische Mail durchs Monitoring. Ausfall der Sendeleitung. Gut, kann passieren. Weitere 10 Minuten später folgte ein Anruf. Kurz zusammengefasst: Das Operation Center (so nennen sie sich) wusste nichts von dem Wechsel. Man wollte mir auch nicht zuhören und hat dann einen eigenen Techniker plus einen Techniker vom großen T vorbeigeschickt, um die Leitung zu reparieren. Da ich noch vor Ort war, habe ich mir den Spaß gemacht und sie den Fehler suchen lassen. Nach 2 Stunden (!!!) Durchmessen der Leitung ohne Fehler fragten beide dann, ob es an den Geräten liegen könne. Meine Antwort: “Nein, die Geräte sind nicht kaputt, die sind aus”.
Es folgte ein kurzer, freundlicher Austausch, in dem ich den Technikern mitgeteilt habe, wieso die Geräte aus sind und mit wem es abgesprochen war. Sie waren dann beide auch ziemlich Sauer das sie vorbeigeschickt wurden, obwohl ich mehrmals sagte das es so sein soll und das Ticket einfach geschlossen werden kann.
Weil es kurz vor 18 Uhr war und wir schon den Grill angeschmissen hatten, was zum Halbjahresabschluss übrigens ganz normal ist, haben wir die Techniker noch auf Salat und Wurst eingeladen. Beide sind danach glücklich gefahren.

Man kann natürlich jetzt denken, dass es doch böse ist, dass ich nicht direkt erzählt habe, dass die Geräte aus sind, aber wenn mir der nette Herr am Telefon nicht zuhört und die Techniker ankommen mit den Worten “Wir sollen die Leitung prüfen”, dann lasse ich sie natürlich prüfen.

Es hätte mich auch gewundert, wenn wirklich alles so geklappt hätte. Die Geräte wollte der Techniker des alten Dienstleisters übrigens nicht direkt mitnehmen, weil er dafür einen Termin benötigt.

Übrigens: Bloggen während der Zugfahrt ist ziemlich entspannt. Solltet ihr auch mal versuchen.