KI im Unternehmen
…oder wie man es auch nennen könnte: “Der gescheiterte Versuch, keine internen Informationen einzugeben”.
Ja, es ist tatsächlich passiert. Es wurden firmeninterne Informationen eingegeben. Ich hatte bereits damit gerechnet, dass dieser Fall eintritt, aber dass es so schnell geht, überrascht mich doch.
Aber kurz zum Hintergrund: Anfang des Jahres wurde Microsoft Copilot offiziell als KI anerkannt und das Unternehmen (wir sprechen hier von einem weltweit agierenden Konzern) hat in diesem Zuge eine KI-Richtlinie eingeführt und alle anderen Anbieter außer Microsoft gesperrt. Seit Februar ist das Ganze nun produktiv und wird auch von dem ein oder anderen Mitarbeiter genutzt.
Und heute wurde das Ganze auch erstmal wieder eingestellt. Seit der Nacht ist auch Copilot gesperrt. Die ersten Fragen kamen dann im Laufe des Vormittags, warum es so ist. Die offizielle Info kurz nach Mittag: In den letzten Wochen wurde bei ca. 60% der KI-Chats festgestellt, dass interne Informationen wie Namen von Mitarbeitern, E-Mail-Adressen und sogar Zahlen und Vertragsinhalte aus noch nicht veröffentlichten Projekten dort eingegeben wurden, um Kalkulationen und Schulungsinhalte anzufertigen. Und die hälfte davon tatsächlich direkt aus der Konzernzentrale.
Meine erste Reaktion auf die E-Mail war ein lautes Lachen, gefolgt von meiner flachen Hand, die gegen meine Stirn geklatscht ist.
Ich hatte ja damit gerechnet, dass es auf kurz oder lang genau so kommt, aber dass es so schnell geht und doch so ein großer Anteil ist, hat mich auch erstaunt.
Ich glaube, genau jetzt sind wir an dem Punkt, wo man innerhalb des Unternehmens einen Internetführerschein einführen sollte. Und wenn wir schon dabei sind, können wir diesen Internetführerschein für alle einführen, die einen Internetanschluss beantragen. Ohne bestandene Prüfung kein Internet.